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Reptilien und Licht

Haltung




Dieser Text wurde mir freundlicherweise, von Markus Grimm zur verfügung gestellt, dafür danke ich ihm herzlich.
Die Supplementierungs-Menge ist hier auf den Menschen bezogen
und sollte nicht 1:1 auf das Chamäleon übernommen werden.
Es ist lediglich ein Beispiel, um aufzuzeigen das man nur geringe Mengen braucht.
Überdosierungen führt in der Regel, zu irreperablen schäden der Leber und Nieren
.



Reptilien und Licht

Wer sich mit Reptilien befasst, musste sich mit dem Thema Licht sicher schon
einmal auseinandersetzen. Oftmals verlässt man sich bei der Lampenwahl auf
Aussagen eines Händlers oder eines Gleichgesinnten. Die Materie Licht erfordert
viele Hintergrundkenntnisse, was viele dazu verleitet, vorerst einmal den
einfachsten Weg zu gehen und sich eben auf eine Aussage zu verlassen.
Licht ist eine elektromagnetische Strahlung, die vom menschlichen
Auge wahrgenommen wird.
Die Wellenform einer Sinuskurve breitet sich in einer bestimmten
Geschwindigkeit aus (Frequenz). Das Licht nimmt nur einen ganz kleinen
Bereich im uns bekannten Frequenzbereich ein.
Die Beleuchtungsstärke (Helligkeit) messen wir in lux (Lumen/m2). Die Lichtfarbe
lässt eine Strahlung als "kaltes" oder "warmes" Licht erscheinen.
Im Sonnenlicht sind nicht nur die für uns sichtbaren Strahlungen vorhanden,
sondern ebenfalls Infrarot- und Ultraviolett-Strahlungen. Fast die Hälfte der
Sonnenstrahlen bestehen aus den wärmenden Infrarot-Strahlen. Die Ultraviolett-
Strahlen (UV-Strahlen) machen nur etwa 6 % der gesamten Sonnenstrahlen aus.
Die UV-Strahlen werden in 3 Bereiche aufgeteilt: UV-A, UV-B und UV-C. Für
unsere Tiere sind nur die UV-A- und UV-B-Strahlen von Bedeutung: Die UV-C Strahlen
können sich negativ auf die Zellen auswirken.
Ein Thema bei der Reptilienhaltung ist immer wieder das Vitamin D3, welches für
den Kalkhaushalt im Körper zuständig ist. Das Vitamin D3 wird durch die UV-B Strahlen im Körper synthetisiert. Untersuchungen, wieviele UV-B-Strahlen für die
Vitamin D3-Produktion benötigt werden, bestehen nur beim Menschen, so dass
nur eine Anlehnung daran möglich ist.
Um den Vitamin D3-Bedarf abzudecken, reicht es, dreimal pro Woche während
zehn Minuten Handrücken und Gesicht der Sommersonne auszusetzen.
Ein Kind mit 5-10 kg Körpergewicht benötigt pro Tag etwa 10 ?g Vitamin D3.
Umgerechnet in Internationale Einheiten (I.E.) sind das 400 (1 I.E. = 0.025 ?g). Ein
Reptil mit einem Körpergewicht von 50-100 g benötigt pro Tag somit 4 I.E. oder
0.1 ng. Das heisst, dass 13 mg von einem Vitaminpulver mit 300'000 I.E. Vitamin
D3 pro 1 kg an einem Tag verabreicht werden müssen, um den Vitamin D3-
Haushalt des Tieres im Gleichgewicht zu halten.
Die UV-Durchlässigkeit der Reptilienhaut wurde im Jahr 1991 von Günther Nietzke
untersucht. Diese Untersuchungen haben gezeigt, das je nach Schuppenart
im Bereich der UV-B-Strahlen zwischen 8 und 55 % durch die Reptilienhaut
dringen.
Ebenso wichtig wie die UV-B-Strahlung ist jene des UV-A. Viele Reptilien können
mit entsprechenden Rezeptoren UV-A-Strahlen (Licht) sehen. Mit Hilfe dieser
Rezeptoren können zum Beispiel Gemütszustände, Paarungsbereitschaft und
Trächtigkeit für uns unsichtbar angezeigt werden
Bei Untersuchungen an der Universität Tübingen (Dr. Matthias Ott) hat sich
gezeigt, dass Reptilien nicht die gleichen Lichtfrequenzen im sichtbaren Bereich
als hell empfinden wie wir Menschen. Es kann somit durchaus sein, dass eine für
uns helle Lampe von unserem Tier als Dämmerung empfunden wird.
Viele Reptilien sind auf einen sogenannten Sonnenpunkt angewiesen, um ihre
zeitlichen Abläufe im Griff zu haben. Diese Zeitinformationen beziehen sich nicht
nur aus dem Tagesverlauf, sondern auch aus jahreszeitlichen Unterschieden
(Tag-, Nacht-Länge).
In den letzten Jahren stieg das Angebot verschiedener Lampenarten und
-typen im Handel erheblich. Heute kann gesagt werden, dass für jedes Reptil
die geeigneten Lampen auf dem Markt sind.
Vor dem Erweb einer Lampe sollten die Klimabedingungen des Tieres im natürlichen
Habitat bekannt sein.



Schlussfolgerungen:


- Sofern es die Aussentemperaturen erlauben, sollten die Tiere im Freien gehalten
werden
- Das Kunstlicht sollte das Spektrum des sichtbaren Sonnenlichtes abdecken
- Für tagaktive Tiere ist ein Sonnenpunkt wichtig
- In Terrarien mit geringer Höhe eignen sich Leuchtstoffröhren als Tageslicht und
UV-Quelle. Als Wärmequelle und Sonnenpunkt können Spotlampen mit
einer geringen Leistung eingesetzt werden
- In höheren Terrarien sind Metalldampflampen oder Hochdruck-Entladungslampen
die besseren Lichtquellen
- UV-A-Strahlen sind für die Fortpflanzung und das Wohlbefinden wichtig
- UV-B-Strahlen sind für die Vitamin D3-Synthese für viele Reptilien im Wachstum wichtig
- Künstliches Vitamin D3 und der benötigte Kalk können bei einigen Reptilien
über die Nahrung verabreicht werden, was aber nach neusten Studien das
Krebsrisiko um bis zu 40 % erhöhen kann.
- Viele Lampentypen decken das sichtbare Tageslichtspektrum ab
- Leuchtstoffröhren liefern UV-A- und UV-B-Strahlen, aber keinen Sonnenpunkt
- Einige Hochdruck-Entladungslampen und Metalldampflampen liefern die benötigten
UV-A- und UV-B-Strahlen und bilden gleichzeitig den Sonnenpunkt


M.Grimm September 2007






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